JCSIS in Äthiopien

Bei ACT (Against Child Trafficking) findet man den Link zu einem blog einer Mitarbeiterin des Joint Council for Adoption, der Dachorganisation amerikanischer Adoptionsagenturen.  Zuständig ist sie für allerlei prozedurale Absprachen und Richtlinien darüber, wie internationale Adoptionen gehandhabt werden sollen; die Einzelheiten kann man hier nachlesen.

Diese Mitarbeiterin jedenfalls befindet sich (einige Tage nach der Warnung amerikanischer Behörden vor Unregelmäßigkeiten bei äthiopischen Adoptionsverfahren und der damit einhergehenden Ankündigung, die Dokumentation zur Erstellung von  Visa für Kinder, die in die USA einreisen werden, genau zu prüfen) persönlich in Äthiopien. Sie möchte dafür  sorgen, dass dort bestehende Unregelmäßigkeiten eingedämmt werden.

Die Mitteilungen in und um diesem blog herum sind in vielfacher Hinsicht eine Sensation.

Nach der Veröffentlichung von „Fly Away Children“ hatte sich der Interessensverband der amerikanischen Adoptionsagenturen jeglichen Kommentars enthalten, was damals  für einiges Erstaunen (cf. fett gedruckte Passagen beim November 2009) gesorgt hatte. Dass er nun Schadensbegrenzung betreibt, spricht Bände über die aktuelle Lage im Land und die offizielle Einschätzung der amerikanischen Behörden.

Hier ist ein Auszug aus dem Blog:

However, as stated in the U.S. Dept of State announcement earlier this week, there is an increasing concern regarding unethical practices in intercountry adoption.  Some of the biggest concerns of late center on practices at the local level and in the rural countryside.  Corruption, whether intended or unintended, can easily creep into the process in areas with little infrastructure, insufficient oversight and overburdened government officials – and it’s one of the hardest problems to solve.

So what do we do?  At Joint Council, we’re investing time and energy in 2011 to help train local orphanages and government officials on ethics and proper procedures for children coming into care.   We’re also asking our member organizations who perform intercountry adoption to increase their review of the intake procedures of the orphanages they work with.  What can adoptive families do?  Carefully review any paperwork or documentation provided by your adoption service provider.

http://betheanswerforchildren.wordpress.com/

Hier haben wir gleich die zweite Überraschung: Ganz plötzlich sollen Eltern genau das tun, was man ihnen noch vor Wochen als Vertrauensbruch gegenüber  ihrer Organisation auslegen durfte, nämlich die Dokumente ihrer Kinder sorgfältig überprüfen.

So ändern sich die Zeiten im Adoptionsgeschehen.


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